„Viennalute“ (ein unter dem Namen „Viennalute“ agierender Biochemiker, Lautenforscher und Lautenist, der seinen bürgerlichen Namen nicht im Internet wiederfinden möchte)

Rochus Berhandtzky (ca. 1660 – † ?) – Ein Lautenist am Bayrischen Hof

Rochus Berhandtzky wurde um 1660 in ‘Schwalbach’ geboren, jedoch kennen wir
bis heute die genaue Lage des Ortes nicht. Am 1. September 1682 bekam er
seine erste Anstellung als Lautenist am Bayrischen Hof in München. Zu dieser
Zeit muss er bereits verheiratet und Vater von Kindern gewesen sein. Seine
Ernennung zum Hof-Lautenisten folgte kurz nach seinem Vorspiel vor
Maximilian II Emanuel, Kurfürst von Bayern (1662 – 1726).

Er startete sein Laufbahn mit einem Jahresgehalt von 100 fl (Gulden); im
Jahr 1686 wurde sein Gehalt auf 400 fl p.a. erhöht. Ab 1686 nennt sich
Berhandtzky selbst ‘Camer Lauttenist’.

Im Jahr 1686 folgte Rochus Berhandtzky dem Kurfürsten Maximilian II Emanuel
nach Österreich und Ungarn. Der königliche Tross des Kurfürsten von Bayern
umfasste 797 Personen, 1044 Pferde und fast 100 Wagen. Prominente Begleiter
der Fahrt waren unter anderem der militärische Kommandant General Johann
Karl Graf von Sereni sowie Marquis de St. Maurisse; beide wurden später
durch Berhandtzky mit einem Tombeau geehrt.

General Johann Karl Graf von Sereni wurde 1640 geboren und trat seinen
Dienst in der Bayrischen Armee im Jahr 1664 an. Er machte eine überaus
erfolgreiche Karriere und wurde so im Jahr 1683 zum führenden Bayrischen
Feldherren. Er starb im Jahr 1691 nach vielen Jahren des militärischen
Dienstes für Bayern und das Deutsche Kaiserreich.

Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten des Fürstentums Bayerns wurde Rochus
Berhandtzky im Jahr 1689 aus dem Dienst entlassen, jedoch kurz darauf im
Jahr 1690 wieder eingestellt. Im Jahr 1692 machte Berhandtzky offenbar
Schulden und wurde wiederum aus dem Bayrischen Dienst entlassen.

Ab dem Jahr 1692 verliert sich die Spur von Berhandtzky. Eine seiner Töchter
wurde Dienstmädchen von Eleanore Maria von Austria (1653 – 1697) am
Kaiserlichen Hof in Innsbruck (Tirol). Wir können vermuten, dass Rochus
Berhandtzky seine Tochter nach Innsbruck begleitete.

Auf dem Höhepunkt seiner musikalischen Laufbahn am Bayrischen Hof musste
Rochus Berhantzky für insgesamt neun Personen sorgen, u.a. für seine Frau,
seine Kinder, möglicherweise seine Eltern sowie für Dienstpersonal. Teile
seiner Kompositionen für die Barocklaute sind in Handschriften in
Manuskripten in Wien und Kremsmünster überliefert:

1. Prelude de R. Berhandtzky / d-moll / A-Wgm7763-92 / 2v
2. Allemande de R. Berhandtzky / d-moll / A-Wgm7763-92 / 6v
3. Courante de R. Berhandtzky / d-moll / A-Wgm7763-92 / 7v
4. Sarabande de R. Berhandtzky / d-moll / A-Wgm7763-92 / 8v
5. Sarabande de R. Berhandtzky / d-moll / A-Wgm7763-92 / 9v
6. Gavotte de R. Berhandtzky / d-moll / A-Wgm7763-92 / 10v
7. La funeste et Glorieux Tombeau de Mon(sei)g(neu)r le Marquis de St.
Maurisse. Gigue de R. Berhandzky / a-moll / A-KR83a / 42v
8. Tombeau du feu son E. Monsgr le General Sereni Allemande de R. Berhandski
/ f-moll / A-KR83a / 47v
9. Courente de R. Berhandski nomée la noble pensée / f-moll / A-KR83a / 48v
10. Sarab(ande) / f-moll / A-KR83a / 49v
11. Gavotte / f-moll / A-KR83a / 50r
12. Gigue / f-moll / A-KR83a / 50v
13. Rondeau / f-moll / A-KR83a / 51r
14. Le Tombeau de feu Madame la Daufine Allemande de R. Berhandzki / c-moll
/ A-KR83a / 51v
15. Cour(ante) / F-Dur /A-KR83a / 53v
16. Men(uet) / F-Dur / A-KR83a / 54r
17. Sarab(ande) / F-Dur / A-KR83a / 54v
18. Menue(t) / F-Dur / A-KR83a / 54v
19. Men(uet) / F-Dur / A-KR83a / 55r

Die Tabulaturen sind online verfügbar auf
http://www.scribd.com/doc/125748574/%C5%92uvre-de-Rochus-Berhandtzky

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